Vorstellung Dipl.-Psych. F. Hänke - von Gehlen

Was ist Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie ist eines der drei staatlich anerkannten Richtlinienverfahren neben der tiefenpsychologisch  fundierten Psychotherapie und  der Psychoanalyse.(*1)   Das bedeutet, dass sie aufgrund von Wirksamkeitsstudien durch den  Wissenschaftlichen Beirat als verlässliches  Verfahren anerkannt wurde und in den Leistungskatalog der Krankenkassen übernommen wurde. Sie darf nur von entsprechend ausgebildeten  Ärzten und Diplompsychologen durchgeführt werden.

Die Verhaltenstherapie ist eine bestimmte Therapiemethode.. In der Verhaltenstherapie wird der Klient auf Augenhöhe und als gleichberechtigtes Gegenüber wahrgenommen. Daher arbeitet die Verhaltenstherapie höchst transparent. Es geht darum Ressourcen und Stärken in der Therapie wieder zu entdecken oder verborgene Stärken wachzurufen. Die Selbst-bestimmung des Klienten/der Klientin zu stärken und nicht darum sich einseitig die Defizite und Vulnerabilität, die jemand durch seine Sozialisation oder Lebensgeschichte in sich tragen mag, zu verstärken . Die Verhaltenstherapie widmet sich gemäß ihrem Ansatz der aktuellen Lebenssituation des Patienten, holt ihn/ sie im Hier und Jetzt ab.

Verhaltenstherapeutische Methoden sind gut geeignet, über die Ziele und Veränderungen in einer Psychotherapie zu reflektieren und sich darüber offen auszutauschen. Häufig sind auch unsere Gedanken Blockaden unserer selbst. Dei übenden Verfahren der Verhaltenstherapie führen uns zu einer lebenspraktischen Umsetzung des in der Therapie Erarbeiteten.

Die Verhaltenstherapie zeichnet sich durch eine gewisse Strukturiertheit im Ablauf aus. Diese Struktur kann einigen Patienten eine Orientierung anbieten bei dem "Wagnis" sich auf eine Psychotherapie einzulassen und zu versuchen sich selbst besser kennen zu lernen.

In der Verhaltenstherapie werden mehr als in anderen Therapieansätzen auch Informationen bereitgestellt, so gehört die Entwicklung eines gemeinsamen Störungsmodells und die offene Besprechung desselben fest zum Ablauf einer Verhaltenstherapie. Es kommen auch - je nach dem Problem, mit dem Sie sich an mich wenden - bestimmte Interventionen zum Einsatz, wie z.B.:

- Psychoedukation, transparentes Zur-Verfügung-Stellen von Material über psychische Erkrankungen

  (z.B. zum Vulnerabilitäts-Stress-Modell, zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Depression)

- Aktivitätsaufbau bei z.B. depressiven Patienten

- kognitive Verhaltenstherapie

- Training sozialer Fertigkeiten

- Konfrontatons- und Expositionsübungen bei Angsterkrankungen

- Rückfallprophylaxe, Festigung und Stabilität zum Therapieabschluss

 

Therapie als Lernprozess

Wir sind hier zusammen, um Ihre Probleme zu untersuchen, zu verstehen und an ihre Wurzel zu kommen. Der Therapeut ist vollkommen auf Ihre Offenheit und Zuverlässigkeit angewiesen. Sie können ihn jederzeit in die Sackgasse führen und er kann dann lange suchen ohne Ihnen helfen zu können.

Der Therapeut hat im Grunde genommen keine eigenen Ziele. Sein Ziel ist, dass Sie das erreichen wofür Sie die Therapie aufgesucht haben.
Bedenken Sie bitte das eine: Ihr leben ist Ihr Leben, ob Sie sich für neues Lernen, für Ihre Freiheit, für Erfolg oder Misserfolg entscheiden - es ist ihr Leben. Ob Sie am Alten und Bisherigen festhalten oder sich für Freiheit entscheiden - es ist Ihr Leben. Der Therapeut ist da um Ihnen zu helfen, ein freierer Mensch zu werden. Natürlich arbeitet er gerne erfolgreich, aber sein Leben hängt nicht von diesem Erfolg ab. Es ist Ihr Leben über das Sie voll und ganz verfügen.

Von Ihnen erwartet der Therapeut, dass Sie sich bemühen, die notwendigen Grundhaltungen wie Vertrauen, Geduld, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit aufzubringen. - Sie sollten auch von vornherein realistische Erwartungen aufbauen, d.h. Veränderungen erfordern Zeit und sind oft nur in kleinen Schritten zu erreichen.
Auch bei bestem Bemühen kann es manchmal Situationen geben, in denen keine ausreichende Veränderung deutlich wird. Dies ist nicht unsere und nicht Ihre Schuld, sondern spiegelt die Umstände dieser Welt wieder, die uns des öfteren Grenzen setzen.

 

 

* 1: Die psychoanalytische Therapie beruht auf der Persönlichkeits- und Krankheitlehre von Freud. Es geht hierbei um unbewusste Konflikte. Diese können zu psychischen und psychosomatischen Erkrankungen fehlen. Nach Freud wird der kindlichen Entwicklung eine wesentliche Bedeutung für die Entstehung psychischer Krankheiten beigemessen. Verletzungen und Kränkungen aus dieser Zeit begründen eine spezifische Vulnerabilität auch im Erwachsenenalter. Die Psychoanalyse findet im Liegen und hochfrequent statt (min. 3-4 Termine/ Woche). Der Patient soll frei seine Gedanken aussprechen, der Analytiker deutet die Zusammenhänge.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist ein Abwandlung der klassischen Psychoanalyse. Bei ihr kommt der Interaktion und dem Gespräch zwischen dem Therapeuten und dem Patienten eine größere Rolle zu. Sie findet im Sitzen statt und ist nicht hochfrequent (auch eine Sitzung/ Woche möglich). Die TfP widmet sich stärker als die Psychoanalyse der aktuellen Lebenssituation des Patienten. Es wird ein aktueller Fokus erarbeitet und der Patient wird unterstützt eine bestimmte Hürde oder schwierige Lebenssituation, vor der er steht zu nehmen und gleichzeitig die biograhischen/ lebensgeschichtlichen Hintergründe für diese spezifische Problemstellung zu ergründen. Die TfP zeigt zur Verhaltenstherapie heutzutage viele Überschneidungen und umgekehrt.

Andrere Therapieansätze: Gestalttherapie, Systemische Therapie

 

Berufsausübungsgemeinschaft Dipl.-Psych. F. Hänke - von Gehlen und M.sc. Rebecca von Gehlen, Karl-Marx-Damm 60, 15526 Bad Saarow    Tel: 0160/6221914